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Elmar Traks

Elmar Traks

Versand International: Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!

Aktuelle Ergänzung zu Alltags-Impressionen: Paketdienste in Spanien

 

Seit ein paar Jahren stellt ein ortsansässiges Geschäft seine Adresse für die Zustellung von Postsendungen kostenpflichtig zur Verfügung. Da hier im Campo nach wie vor keine Auslieferung erfolgt, selbst wenn Straße, Hausname und -nummer angegeben sind, nutzen wir diesen Service, wann immer auch nur der geringste Zweifel besteht, dass ein Paket nicht an unser Postfach bei correos abgegeben werden kann.

Das schont die Nerven ungemein!

Dennoch:

Wir schreiben März 2017, ich gebe eine Großbestellung bei einem deutschen Ebay-Anbieter auf - "aufgeben" im Sinne von "in Auftrag geben".

Da er als Versandart "DHL Standard International" angibt, wird alles seinen normalen, unproblematischen Gang mit der Zustellung an unser Postfach nehmen - denke ich!

Diese Versandart ist auf der Bestellbestätigung und per E-Mail zugesandter Rechnung noch einmal attestiert.

 

Tag 1 des Dramas:

 

Bereits nach erstaunlich wenigen Tagen - was mich schon stutzig macht - bekomme ich am frühen Morgen von DHL per E-Mail die "Shipment Notification", dass mein Paket am gleichen Tag zugestellt werde. In meinem Kopf wirbelt es nun nur so von Fragezeichen:

Warum bekomme ich abseits der üblichen online Sendungsverfolgung noch eine separate Benachrichtigung? Und wieso "zugestellt"? Warum ist bei correos eigentlich keine Dokumentation online?

Meine Recherche ergibt, dass das Paket als "Europaket" auf den Weg gebracht worden ist.

Ich ahne Böses!

Europaket = Standard International oder etwa doch nicht?

Nein! Ein Europaket nimmt den schnellstmöglichen Weg zum Empfänger (theoretisch!) ... und wird ihm direkt an die Haustür geliefert - idealerweise!

 

Oh nein! Hätte mich der mit Sicherheit wohlmeinende Absender doch bloß vorab über die Änderung der Versandart informiert, dann hätte ich doch als Empfängeradresse die des Geschäftes im Ort angegeben. Aber: Das Gegenteil von "gut" ist bekanntlich "gut gemeint".

Also: Frühstück Frühstück und Frühsport Frühsport sein lassen und in Windeseile versucht, noch zu retten, was zu retten ist, indem ich an DHL Spanien unverzüglich den Sachverhalt samt Alternativ-Zustelladresse maile.

 

Doch obwohl lt. späterer Dokumentation der LKW erst 5 1/2 Stunden später beladen wird, hat die Zeit für eine Änderung offensichtlich nicht gereicht: In der Sendungshistorie erscheint der Vermerk, dass die angegebene Adresse falsch sei, die Ware daher nicht überbracht werden konnte - das Übliche also!

 

Weiterere Kontaktversuche mit DHL Spanien bleiben zunächst ohne Reaktion, ergeben jedoch auf hartnäckiges Nachhaken in einem nicht mehr gar so freundlichen Ton am

 

2. Tag des Dramas,

 

dass

- man mein Anliegen nicht bearbeiten könne, da ich in meinen Mails keine Tracking-Nummer angegeben habe (natürlich habe ich das: reinkopiert und noch einmal verglichen),

- die Zeitspanne für eine Adressänderung ohnehin viel zu kurz gewesen sei,

- der Empfänger sowieso nicht einfach eigenmächtig die Adresse ändern könne, diese müsse vor weiteren Aktionen vom Absender bestätigt werden.

 

Das kann er ja nun aber nicht, da es nicht meine, sie ihm also gar nicht bekannt ist. Auf diese wieder mit der Tracking-Nummer (in Rot, fett gedruckt!) versehene Info meinerseits reagiert man erneut mit dem Hinweis, dass eine Bearbeitung leider, leider nicht möglich sei, da es zu der Nummer - immerhin, man hat sie registriert!!! - gar keine entsprechende Sendung gebe. So langsam wird es skurril!

 

Was nun? Mit dieser für mich an Arbeitsverweigerung grenzenden Einstellung komme ich hier nicht weiter, geschweige denn jemals an mein Paket.

 

Jetzt schaltet sich auch noch der Ebay-Verkäufer ein: Er habe gerade festgestellt, dass das Paket nicht zugestellt werden konnte. Man müsse jetzt schnell reagieren, damit es nicht zurückgesandt werde. Ich könne ja bei DHL eine Alternativ-Adresse angeben, diesen Service biete man dort an. Hahahaha!

 

Also: DHL Deutschland mit der verzweifelten Bitte um Hilfe angeschrieben!

30 Minuten nach der Zusage der sehr netten Dame, sich unverzüglich um die Angelegenheit zu kümmern, bekomme ich von "den Spaniern" die Info, dass meine Lieferung am frühen Vormittag des nächsten Tages an die Alternativ-Adresse zugestellt werde.

 

Na bitte! Geht doch! Da es sich um ein Geschäft handelt, gebe ich noch die Öffnungszeiten und für alle Fälle auch meine Telefonnummer an.

 

Tag 3 des Dramas:

 

Der Vormittag verstreicht, ohne dass irgendetwas passiert. Nun, wir sind in Spanien, die Vormittage lang, aber um 14 Uhr hake ich dann doch mal unter Angabe der gestern neu erhaltenen Tracking-Nummer bei DHL Spanien nach, wie denn der aktuelle Stand sei - erhalte aber keine Antwort.

 

Also wieder die Dame in der deutschen Abteilung angeschrieben, und wieder kommt aus Spanien ca. 1/2 Stunde später die Info, dass man gerade (ach was!) festgestellt habe, dass das Paket noch bei ihnen liege - immerhin ... es existiert nun zumindest offiziell bei DHL Spanien!! Das ist ja schon mal was!

Grund des Verweilens im Depot: Aufgrund der zwar neuen Sendungs- aber alten Bearbeitungsnummer konnte man es nicht zuordnen. Nun habe es aber eine neue bekommen und der Vorgang sei neu eröffnet worden. Zu einem Zeitpunkt, wann ich mit der Lieferung rechnen könne, äußert man sich jedoch nicht.

 

Mein Ungedulds- und Wutpegel sind beträchtlich gestiegen, ich bin bereit,

die Bestellung aufzugeben - "aufgeben" nun im Sinne von "das Paket zurückgehen zu lassen":

Es ist Freitagnachmittag, ich habe wirklich keine Lust mehr zu diesem unerquicklichen Theater und erst recht kein Verlangen, es in der kommenden Woche fortzusetzen.

 

Doch die deutsche Bearbeiterin hält durch und gibt alles:

Um kurz nach 16 Uhr erhalte ich von "den Spaniern" einen Anruf! Ein LKW mit meinem Paket fahre jetzt gleich extra von Málaga in unseren Ort, um es an die angegebene neue Adresse zuzustellen.

Ich wiederhole noch einmal meine Handynummer und bitte, dass der Fahrer sich bei Problemen jedweder Art unbedingt melden möge. Das wiederholt und verspricht man hoch und heilig - no problema!

 

Die Zeit vergeht ... der Wagen müsste auch unter ungünstigsten Verkehrsbedingungen längst hier sein ... ich kontrolliere engmaschig die Online-Sendungsverfolgung, laufe unruhig mit dem Handy in der Hand im Haus herum ... nichts! Das Geschäft mit Alternativ-Adresse ist mittlerweile geschlossen ... aber der Fahrer hat ja meine Telefonnummer.

Um kurz vor 19 Uhr dann der online Vermerk, dass das Paket zugestellt sei. Aber wo????? Hierzu fehlt jeglicher Fingerzeig!!!!

Ich setze mich also ins Auto und fahre die einschlägig bekannten "Posten" ab! Alle sind sehr hilfsbereit, aber leider ... nichts!

Dann, in einem Lokal endlich die Erlösung: Der Schwiegersohn von Supermarktinhabern sitzt dort an der Bar, bekommt mein Anliegen mit und verkündet, dass vor ca. 30 Minuten DHL ein Paket in eben jenem Laden abgegeben habe!!

 

Meine Freude, als ich es dort tatsächlich endlich in Empfang nehmen konnte, kann man sich sicher vorstellen.

 

Als ich mich bei der sehr engagierten Dame von DHL Deutschland ausdrücklich für ihren Einsatz bedankt habe, freute sie sich ebenfalls

über die erfolgreich zu Ende gebrachte Mission und meinte nicht ohne

eine gewisse Selbstironie:

DHL - Die Hoffung Lebt.

 

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