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Elmar Traks

Elmar Traks

Archer, Jeffrey - Traum des Lebens (2018)

Roman

 

Leningrad 1968: Alexander Karpenko steht kurz vor seinem Schulabschluss, hofft auf das Lenin-Stipendium fürs renommierte Moskauer Fremdsprachen-Institut und träumt

von einer Karriere im Außenministerium.

Während seine Mutter Elena Geld als Köchin in der Offiziersmesse des Hafens verdient, hat es Alexanders Vater zum Hafenverwalter gebracht.

 

Als der KGB durch Verrat erfährt, dass er mit Gleichgesinnten eine unabhängige Gewerkschaft gründen will, ist das sein Todesurteil: Er wird Opfer eines heimtückischen Mordkomplotts.

 

Alexander und seine Mutter müssen vor dem KGB fliehen. Dank der Hilfe eines Verwandten haben sie die Wahl, ob sie sich als blinde Passagiere in einer Kiste an Bord eines Frachters mit Ziel Großbritannien oder die USA begeben wollen. Ein Münzwurf bringt die Entscheidung, die der Leser jedoch nicht erfährt.

 

Denn von nun an beschreibt Jeffrey Archer kapitelweise alternierend die Lebensgeschichte von Mutter und Sohn über 30 Jahre sowohl in Amerika als auch in England.

 

Resümee: Auch dieses neueste Werk von Jeffrey Archer beweist einmal mehr, dass er ein brillanter Erzähler ist, der es versteht, seine Zuhörer zu fesseln.

 

In 2 parallel verlaufenden Handlungssträngen entwirft er die 30 Jahre umfassende Geschichte von Alexander Karpenko und seiner Mutter Elena sowohl in Amerika als auch in England.

Diese Technik ist zunächst etwas erwirrend, erweist sich jedoch schon bald als genialer Schachzug. Sehr hilfreich sind dabei sowohl die namentliche Unterscheidung von Sascha (in England) und Alexander (in Amerika) als auch die Ortsangaben zu Kapitelbeginn.

Die jeweiligen Biografien über 3 Jahrzehnte zu verfolgen, ist zweifelsohne interessant. Dadurch jedoch, dass die Charaktereigenschaften beider Protagonisten hüben wie drüben gleich und die Eckdaten sehr ähnlich sind, weisen die Lebensstationen in Großbritannien und den USA viele Parallelen auf - auch wenn die Wege dorthin unterschiedlich sind.

Durch die geringe Trennschärfe kommt es daher manchmal zu ermüdenden Längen.

 

Zum Schluss werden beide Lebensläufe zusammengeführt: Alexanders und Saschas Wege kreuzen sich. Und der letzte Satz enthält noch eine Überraschung.

 

Als besonderes "Schmankerl" werden im Laufe des Romans sowohl die aus der Clifton-Saga bekannte Barrington-Schifffahrtslinie als auch Harry Clifton erwähnt.

Überhaupt erinnert im vorliegenden Werk thematisch vieles an die Familiensaga, seien es Alexanders respektive Saschas politische Karriere mit allen Begleitumständen, Finanzgeschäfte oder die Charaktere des guten, fleißigen und engagierten Protagonisten und des weiblichen Biests.

 

Fazit: ein sehr lesenswertes Buch mit einem interessanten erzählerischen

Schachzug. Allerdings darf man sich an den Parallelen beider Lebensläufe und thematischen Ähnlichkeiten zur Clifton-Saga nicht stören.

 

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