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Elmar Traks

Elmar Traks

Tsokos, Michael – Die Klaviatur des Todes (2014)

Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner klärt auf

 

In diesem Buch beschreibt Michael Tsokos anhand realer Fälle die Arbeit der Rechtsmediziner. Der Leser erfährt u.a., wie sie Ermittlungsbehörden bei der Aufklärung unklarer Todesfälle helfen,

und dass es durch Obduktionsergebnisse immer wieder zu überraschenden Wendungen kommt.

So war Tsokos z.B. an den Untersuchungen im Fall der sogenannten „Puzzle-Mörders“ beteiligt:

Im Sommer 2010 entdecken zwei ältere Herren beim Angeln an der Spree einen Koffer, in dem ein menschlicher Torso liegt. Tage danach spüren Man-Trailer-Hunde gut 1 Kilometer weiter im Ufergestrüpp Plastiksäcke auf, in denen sich die abgesägten Unterschenkel und Arme des Toten befinden. Auf den Kopf stoßen später zwei Spaziergängerinnen am Ufer eines Sees; er steckt ebenfalls in einem Plastiksack. Wer ist der so bestialisch Zerstückelte? Führen Tattoos zu seiner Identität? Unter welchen Umständen ist er ge-storben, und lässt sich der Täter ermitteln? Ein extrem schwieriger Fall, den die Polizei nur zusammen mit Rechtsmedizinern lösen kann.

 

Weitere Kapitel beschäftigen sich mit gefälschten Fährten, Varianten des Todes durch Kohlenmonoxid-Vergiftungen, sexuellen Tötungsdelikten, einem mörderischen Phantom und gefährlicher Mutterliebe.

Aber auch die Beziehung eines Paares, die zur Zeit weitestgehend via Internet stattfindet, führt zu einem Mord. Die Polizei hat Zweifel an der Version des mutmaßlichen Täters und bittet Rechtsmediziner um Unterstützung.

 

Resümee: Das Buch gewährt interessante Einblicke in die Realität der rechtsmedizinischen Arbeit, die wenig mit dem Eindruck gemeinsam hat,

den man durch manche TV-Serien bekommt.

 

Es ist ebenso informativ wie spannend, wenn Michael Tsokos reale Fälle schildert, in denen u.a. die Beantwortung der Frage im Mittelpunkt steht, was vor einer Gewalttat passiert ist. Dabei geht es nicht nur darum, Beweise für die Schuld eines Verdächtigen zu finden, sondern auch darum, ihn evtl. zu entlasten. Damit verbunden ist auch die Frage, ob überlebende Opfer, Zeugen und Täter tatsächlich die Wahrheit sagen. Obduktionen sind hier in der Regel ausgesprochen aufschlussreich.

 

Der Autor schildert die Ereignisse nicht nur mit den stilistischen Mitteln der Spannungsliteratur, sondern gibt zu einzelnen Themen und Untersuchungs-methoden auch interessante sachliche Informationen.

 

Am Schluss steht für den Leser die Erkenntnis: Es gibt nichts, was es nicht gibt; die „Klaviatur des Todes“ (Titel) ist von unendlicher Vielfalt.

Dabei muss man sich immer vor Augen halten, dass es in dem Buch um Fälle geht, die sich wirklich genau so ereignet haben – und das ist zum Teil erschreckender als so manches fiktive Verbrechen in der Kriminalliteratur.

 

Fazit: eine ebenso spannende wie informative Lektüre

 

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