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Elmar Traks

Elmar Traks

Bellmonte, Carmen – Zeiten des Wandels (2022)

Die Mallorca-Saga, Band 1

Roman

 

Mallorca 1913:

Juan und seine Frau María bewirtschaften ein Weingut auf Mallorca, in dem ihr ganzes Herzblut steckt. Ihre vier Kinder Diego, Antonia, Carla und Leo helfen von klein auf kräftig mit, und die Eltern hoffen, dass Diego, der älteste Sohn, sie einmal beerben wird. Aber die Zeiten sind hart, denn der mallorquinische Wein ist in Europa nicht so gefragt, die Konkurrenz auf dem spanischen Festland groß.  

Außerdem hat Diego eigene Pläne: Er möchte unbedingt Fischer werden, nichts kann ihn davon abhalten.

 

Antonia (19) ist in den Buchhalter Mateo verliebt, der bei einem Weinfest

Juan um ihre Hand bittet. Überglücklich feiert das Paar die Hochzeit, aber bald darauf verliert Mateo seine Arbeit und eine Alternative ist nicht in Sicht. Nach langem Überlegen will das Paar auf Kuba sein Glück mit dem Weinbau versuchen.

 

Die 15-jährige Carla ist darüber todunglücklich, war Antonia doch immer

auch ihre Vertraute. Da der Weinbau alleine die Familie bald nicht mehr über Wasser halten kann, fängt sie an, in einer Schuhfabrik zu arbeiten. Ihr Chef macht ihr Avancen, doch Carla liebt einen anderen.

 

Leo, mit 13 Jahren das jüngste Kind der Familie, hat die Leidenschaft für

den Weinbau von seinen Eltern geerbt. Für die Zukunft hegt er bereits große Pläne. Daher nimmt er es ihnen sehr übel, als sie sich aus wirtschaftlichen Gründen entscheiden, statt des Weins Aprikosen und Mandeln anzubauen. Aber er gibt seinen Traum nicht auf und beschreitet seinen eigenen – nicht immer legalen – Weg.

 

Resümee: Das Pseudonym Carmen Bellmonte steht für die Autorinnen

Elke Becker und Ute Köhler (aka Alex Conrad), die seit Langem auf Mallorca leben, wo auch die (fiktive) Roman-Familie von Juan und María ihr Weingut betreibt. Nachdem deren Tochter Antonia und ihr Mann Mateo nach Kuba ausgewandert sind, ist ein Teil der Handlung auch dort angesiedelt. Die jeweiligen Kapitel wechseln sich ab, wobei sie meist mit einem Cliffhanger enden. So kann man das Buch nur schwer aus der Hand legen, zumal die Familiengeschichte, die einiges an Konfliktpotenzial bietet, einen sowieso

von Anfang an in ihren Bann zieht.

 

Außerdem sind alle Szenen so bildhaft und authentisch geschildert, dass der Leser sich regelrecht in die jeweilige Umgebung hineinversetzt fühlt – seien es Natur, Fabrik oder das Leben auf dem Dorf bzw. in der Stadt.

 

Die Gefühle, Gedanken und Vorhaben jeder einzelnen Person – auch die der Nebendarsteller - kann man nur zu gut nachvollziehen. Das ist selbst dann der Fall, wenn z.B. die Interessen der Kinder denen der Eltern entgegen-stehen, es zu Konflikten kommt, bei denen sich die Fronten zum Teil verhärten. Ich konnte immer beide Seiten verstehen.

 

Sehr deutlich wird, dass der Weinanbau damals harte Arbeit bedeutete,

die nur zusammen mit der ganzen Familie bewältigt werden konnte – für Hilfskräfte fehlte in der Regel das Geld. Das gesamte Leben wurde von den Notwendigkeiten bestimmt, die der Beruf des Winzers mit sich brachte. Zusätzlich waren die Frauen dem Rollenbild entsprechend auch für den Haushalt und die Kindererziehung zuständig. Reichte der Ertrag aus der Weinernte nicht zum Leben, waren es meist die Frauen und Töchter, die durch Tätigkeiten in einer Fabrik zum Lebensunterhalt beitrugen.

 

Fazit: ein unterhaltsames, spannendes Lesevergnügen.

   Ich freue mich auf die Folgebände.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Evita (Donnerstag, 24 August 2023 17:27)

    Hast du eine Verfilmung gesehen? Bitte um Hinweise.
    LG E

  • #2

    A.T. (Donnerstag, 24 August 2023 17:34)

    Zu dieser Buchreihe gibt es (noch) keine Verfilmung.