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Elmar Traks

Elmar Traks

Bray, Ian – Klippengrab (2022)

Ein Cornwall-Krimi

Simon Jenkins ermittelt, Band 2

 

Der Polizist Simon Jenkins hat nach einem schweren Unfall und dem Tod seiner Kollegin und Lebensgefährten den Dienst quittiert und

sich in das Fischerdörfchen Cadgwith im Süden Cornwalls zurückgezogen. Hier möchte er zur Ruhe kommen; dabei soll ihm u.a. seine künstlerische Tätigkeit helfen. Als Ermittler will er nie wieder tätig sein.

Doch bereits einmal hat er diesen Vorsatz gebrochen und in einem Mordfall eigenmächtig recherchiert.

 

Als jetzt Liz Bennett spurlos verschwindet und man nicht weit entfernt eine kopflose Frauenleiche findet, ist Jenkins' Neugierde bald erneut geweckt. Handelt es sich bei der Toten vielleicht um die Vermisste oder gibt es zwei unterschiedliche Fälle? Der Ex-Polizist kann nicht anders: Er muss der Sache auf den Grund gehen.

 

Resümee: Vorweg sei erwähnt, dass ich die Lektüre des Buches nach

ca.130 Seiten abgebrochen habe – nur auf dieses erste Viertel des Gesamtumfangs bezieht sich also das Resümee.

 

Ich wollte diesen Cornwall-Krimi unbedingt lesen, weil ich nicht nur eine spannende Handlung, sondern auch viel Lokalkolorit erhofft habe.

 

Was die Handlung anbelangt, bin ich insofern enttäuscht worden, als sie

so langweilig ist, dass ich mich zum Weiterlesen meist zwingen musste.

 

Dies ist unabdingbar mit der schriftstellerischen Umsetzung meiner zweiten Erwartung an das Buch verbunden.

Diese ist zwar in Bezug auf das Einfangen und Vermitteln der Atmosphäre Cornwalls, die malerischen Landschaftsbeschreibungen und Schilderungen des Alltagslebens der Bewohner weit übertroffen worden – aber so sehr,

dass die Krimi(!)-Handlung dabei auf der Strecke bleibt.

Der Autor verliert sich derart in Details, dass überhaupt keine Spannung aufkommt und das Geschehen rund um die vermisste Frau und den gefundenen weiblichen Torso immer wieder lange auf der Stelle tritt.

Macht es dann endlich einen Minischritt nach vorne, muss man sich häufig den aktuellen Stand und vor allem auch die Namen der Akteure und deren Rollen erst wieder ins Gedächtnis rufen, bis der Autor (Klarname: Arnold Küsters) schon bald die Ebene der Haupthandlung erneut verlässt und sich

in epischer Breite auf Nebenschauplätze begibt (siehe oben).

 

Der Protagonist Simon Jenkins hat mich deprimiert: Er hatte im Dienst einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem seine Partnerin und Lebens-gefährtin gestorben ist. Simon selbst hat zwar schwer verletzt überlebt, aber eine Gehbehinderung und heftige Dauerschmerzen behalten, die er nur mit Medikamenten aushalten kann. Hinzukommen starke Schuldgefühle und Selbstzweifel, die inhaltlich immer wieder „aufgewärmt“ werden.

 

Fazit: eine Enttäuschung

 

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