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Elmar Traks

Elmar Traks

Strobel, Arno – Im Kopf des Mörders: Tiefe Narbe (2017)

Thriller

 

Oberkommissar Max Bischoff spricht im Foyer des Düsseldorfer Polizeipräsidiums gerade mit dem Portier, als ein Mann blutüber-strömt hereinwankt. Obwohl offene Wunden nicht erkennbar sind und sein Auftreten zumindest keinen allzu großen Blutverlust vermuten lässt, ist die Kleidung durchtränkt mit Blut, die Haare total verklebt.

Auf Nachfrage bestätigt er, keine Schmerzen zu haben und wohl nicht verletzt zu sein, allerdings nicht zu wissen, was passiert ist. Jedoch kann der Mann die Adresse einer Wohnung nennen, aus der er gekommen ist.

 

Seinen Namen gibt er mit Harry Passeck an. Max Bischoff weiß, dass es sich dabei um einen bekannten Enthüllungsjournalisten handelt, der in der Ver-gangenheit einige Skandale aufgedeckt und damit für viel Wirbel gesorgt hat.

 

Auch jetzt, so sagt er, sei er an einer brisanten Story dran und von einem Informanten zu besagter Wohnung bestellt worden. Dort sei er in ein blut-besudeltes Zimmer gelangt und niedergeschlagen worden, bevor er später flüchten konnte.

 

Die Kommissare Max Bischoff und Horst Böhmer vom KK11 der Düsseldorfer Mordkommission nehmen die Ermittlungen auf und erfahren, dass das Blut auf Passecks Kleidung von einer Frau stammt, von der man bis jetzt ange-nommen hat, dass sie seit 2 Jahren tot ist.

Hat sie also doch noch bis vor Kurzem gelebt? Wo ist ihre Leiche? Welche Rolle spielt der Enthüllungsjournalist in der Angelegenheit? Ist er Opfer oder Täter?

 

Der Fall wird noch mysteriöser, als eine weitere Frauenleiche gefunden wird. Vieles deutet zwar darauf hin, dass die Taten zusammenhängen, doch sind die Zusammenhänge sehr nebulös.

 

Und es kommt noch schlimmer!

 

Resümee: Dies ist der erste Fall für Max Bischoff beim Düsseldorfer KK11, der ihn gleich vor große Herausforderungen stellt - zum einen durch die bestialischen Taten selbst, die ihn zum Schluss auch in höchstem Maße persönlich (be-)treffen, zum anderen in Bezug auf die Zusammenarbeit mit seinem Partner Horst Böhmer:

Oberkommissar Bischoff ist Anfang 30, groß, durchtrainiert und bevorzugt einen sportlichen Kleidungsstil, während der ca. 20 Jahre ältere Haupt-kommissar Böhmer einen Kopf kleiner sowie leicht untersetzt ist und Anzüge bevorzugt.

Als ein Kommissar der alten Garde, der auf traditionelle Ermittlungsmethoden und Erfahrung setzt, fällt es ihm schwer, den neuen jungen Kollegen, der in der Mordkommission endlich sein erlerntes Wissen über Fallanalysen und Psychologie praktisch anwenden möchte, als Partner zu akzeptieren.

 

Schließlich stellt sich jedoch heraus, dass beide Herangehensweisen sich prima ergänzen und zur Lösung des Falles beitragen.

 

Zunächst jedoch fischen beide genau wie der Leser im Trüben: Kaum glaubt man, das lose Ende eines Fadens ergreifen zu können und auf einer erfolg-versprechenden Spur zu sein, gibt es eine Wende, neue Informationen, Er-kenntnisse oder Ereignisse, die den Fall noch rätselhafter erscheinen lassen und einen gedanklich wieder zurückwerfen.

 

Denn es ist letztlich, wie Horst Böhmer sagt: „Wir wissen nicht, was im Kopf eines Mörders im Moment der Tat vor sich geht, weil wir uns nicht in seine verdrehte Gedankenwelt hineinversetzen können.“ (S. 86) Dem Leser er-schließt sich diese zumindest ein wenig durch kursiv eingeflochtene Kapitel,

in denen der Täter innere Monologe führt.

 

Die Spannung steigert sich in der zweiten Hälfte immens, nachdem Max Bischoff Jennifer Sommer kennengelernt hat, und das Ende könnte nicht dramatischer sein.

Die Ereignisse werden schließlich für immer „eine tiefe Narbe“ in seinem Herzen hinterlassen. (S. 363)

 

Fazit: ein gelungener, spannender Einstieg in die „Mörderfinder“-Reihe

   um Max Bischoff

 

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