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Elmar Traks

Elmar Traks

Hayes, Samantha – Die Frau des Lügners (2024)

Psychothriller

 

Ellas Tagesablauf ist strikt geregelt. Er besteht aus der Arbeit

in einer Agentur, dem Heimweg mit dem Fahrrad, etwas essen, vielleicht ein wenig fernschauen oder lesen, dann schlafen. An gemeinsamen Unternehmungen mit den Kollegen nimmt sie nicht teil, Freunde oder Familie hat sie nicht.

Als sie an einem regnerischen Abend nach Hause radelt, wird sie von einem Lieferwagen erfasst und schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Der Fahrer ist flüchtig, und Ella kann sich nicht an den Unfallhergang erinnern,

als sie auf der Intensivstation aus dem Koma erwacht.

Eine Krankenschwester erzählt ihr, dass ihr besorgter, überaus charmanter Ehemann sie jeden Tag besucht habe, kaum von ihrer Seite gewichen sei,

ihr immer eine Kleinigkeit mitgebracht und etwas vorgelesen habe. Auf einer Grußkarte, die er mit Jacob unterzeichnet hat, schwört er ihr immerwährende Liebe, und an einem Finger ihrer linken Hand entdeckt Ella einen goldenen Ring.

Nur: Sie ist überhaupt nicht verheiratet!

 

Als besagter Mann das Krankenzimmer betritt, erkennt Ella ihn sofort, be-kommt panische Angst, denn sie weiß, dass sie in Gefahr schwebt, und nur überleben kann, wenn sie „mitspielt“, indem sie sich ihm sowie anderen gegenüber als liebende Ehefrau gibt.

 

Resümee: Die Handlung beginnt ziemlich unspektakulär mit der Schilderung von Ellas Alltag. Zwar ist es ungewöhnlich, dass eine junge Frau sich konse-quent sämtlichen Aktivitäten mit Kollegen entzieht und auch sonst keine So-zialkontakte zu haben scheint, aber das soll es ja geben. Es wird jedenfalls keine Spannung aufgebaut, die mich neugierig auf den Grund für ihre Isola-tion und den immer gleichen Tagesablauf machte.

 

Dass sie eines Abends auf dem Heimweg von der Arbeit einen schweren Fahrradunfall hat, ist absehbar, da bereits vorher das Regenwetter ebenso thematisiert wird wie der Umstand, dass Ella just an diesem Tag ihren Helm vergessen hat.

 

Zum ersten Mal kommt Spannung auf, als man sich fragt, wer der von der Krankenschwester als unglaublich nett beschriebene attraktive Mann ist, der sich so fürsorglich um die Patientin kümmert und sich als ihr – real nicht exis-tierender - Ehemann Jacob ausgibt. Dieses Rätsel wird erst ganz am Schluss mit einem wirklich überraschenden Dreh gelöst.

 

Bis dahin läuft das meiste vorhersehbar ab, nämlich genauso wie Ella es

beim ersten Kontakt mit ihm im Krankenhaus prophezeit hat: Sie kann nur überleben, wenn sie ihm und anderen gegenüber die liebende Ehefrau vor-spielt … was sie um ihres Selbsterhaltungstriebes willen auch tut.

Da sie aufgrund ihres gegipsten Beines und Armes auf den Rollstuhl ange-wiesen ist, kann sie nicht fliehen, obwohl sie „Schlupflöcher“ sucht, die von Jacob – wenig überraschend! - jedoch torpediert werden. Denn jedes Mal, wenn sie gerade hofft, mit ihren Versuchen Erfolg zu haben, dreht sich der Schlüssel in der Haustür, und der heimkehrende Jacob steht vor ihr.

In diesem Sinne zieht sich die Handlung in einem variierenden Aktion-Reaktion-Schema in die Länge.

 

Fehlen dürfen natürlich nicht neugierige Nachbarinnen, wobei sich eine als besonders aufdringlich hervortut und Ella damit in Gefahr bringt.

 

Wer dann letztlich als Retter auftritt, ist bereits von Anfang an sonnenklar!

 

Etliches am Verhalten der Protagonisten ist dabei unlogisch und verworren. Um nicht zu spoilern, verzichte ich auf Beispiele.

 

Die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler sowie „Ella Bella“-Wieder-holungen nerven auf Dauer.

 

Fazit: ein aus stereotypen und klischeehaften Elementen zusammen-

   gebastelter Roman, der nach Kräften bemüht ein Psychothriller

   werden sollte

 

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