Psychothriller
Jessica und Will haben ihren 15. Jahrestag in einem Restaurant gefeiert und lassen ihn romantisch zu Hause ausklingen. Beide versichern sich gegenseitig, dass sie nicht glücklicher sein könnten, auch wenn die gemeinsame Zeit ziemlich rar geworden ist. Jessica sorgt mit ihrer Arbeit für den Unterhalt der Familie, während Will sich als Lifecoach erst noch einen Kundenstamm aufbauen muss und sich um den Haushalt und die beiden Kinder kümmert.
Als Jessica am nächsten Morgen ihr Handy einschaltet, wird ihr eine Whats-App-Nachricht von einer unbekannten Nummer angezeigt: „Ein Freund“ hat ihr eine Fotoserie mit über 25 Bildern geschickt, auf denen Will mit einer anderen Frau zu sehen ist: Sie betreten zusammen noble Hotels, gehen händchenhaltend durch die Stadt, umarmen sich, stehen eng umschlungen hinter dem Fenster eines Hotelzimmers usw.
Für Jessica bricht eine Welt zusammen, hat Will ihr doch erst letzte Nacht immer wieder versichert, wie sehr er sie liebt. Wütend und verzweifelt stellt
sie ihn sofort zur Rede, doch er antwortet nur, dass es nicht das sei, wonach es aussehe, findet aber nicht die richtigen Worte, ihr den wahren Sachverhalt zu erklären.
Kurzerhand wirft Jessica ihn aus ihrem Haus, das er noch am gleichen Tag verlassen soll.
In der Folge quälen sie die Fragen, woher Will das Geld für die teuren Hotel-besuche mit der Frau genommen hat – oder wurden sie vielleicht von ihr bezahlt?
Ist die Affäre überhaupt schon vorbei? Hat ihr Mann vielleicht sogar mehrere Geliebte?
Wer ist der anonyme „Freund“, der ihr die Fotos geschickt hat? Ist es jemand, den sie kennen? Sie will die Nummer anrufen, die bei der WhatsApp-Nach-richt angezeigt wird, doch die Leitung ist tot.
Warum überhaupt sollte sich jemand die Mühe machen, Will quer durch London zu verfolgen, um Fotos von ihm und der Unbekannten zu schießen?
Wie soll sie den Kindern beibringen, dass ihr Vater nicht mehr bei ihnen wohnt, sie ihn nur noch gelegentlich sehen werden?
Will hingegen ist von der heftigen und radikalen Reaktion seiner Frau über-fordert. Er geht erst einmal in ein Pub, wo er mit einem Mann ins Gespräch kommt, der ihm eine Bleibe anbietet -
und damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf.
Resümee: Was für ein entsetzliches Buch!
Es beginnt damit, dass Jessica und Will in einem schönen Restaurant bei Kerzenschein ihren Jahrestag feiern, sich gegenseitig ihre Liebe versichern und betonen, wie glücklich sie zusammen mit den beiden Kindern (natürlich
1 Junge, 1 Mädchen) sind. Zu Hause landen sie dann im Bett, Jessica hatte sich zu diesem Zweck extra ein heißes Negligé gekauft. - So weit das Klischee.
Doch gleich darauf die radikale Wende: Nachdem Jessica am kommenden Morgen die Fotoserie von ihrem Mann mit der fremden Frau erhalten hat und Will selbst so perplex ist, dass er keine Worte findet, um zu erklären, wieso alles „nicht so ist, wie es aussieht“, wirft sie ihn ohne zu zögern unverzüglich aus dem Haus, will ihn nicht wiedersehen.
Ein bisschen arg holzschnittartig, holterdiepolter.
Es geht dann damit weiter, dass Will im Pub mit einem Mann ins Gespräch kommt. Dass dieser nicht zufällig dort ist, sondern Will gezielt treffen will, ist so offensichtlich, offensichtlicher geht es gar nicht. Das gleiche gilt für das Angebot, das er ihm regelrecht aufdrängt, nämlich ihm in einer seiner Woh-nungen umsonst Unterkunft zu geben. Der nicht ganz unbedarfte Leser weiß aufgrund des Kontaktverlaufs bereits jetzt, dass dahinter nur unlautere Absichten stecken können.
In dem Stil geht es weiter: Die Handlung ist in großen Teilen vorhersehbar, dabei aber streckenweise so konfus konzipiert, dass die Autorin ihre Protago-nisten in Dialogen immer wieder selbst erklären lässt, wer wer ist und was mit welcher Absicht gerade passiert ist.
Das Geschehen wird abwechselnd aus Jessicas und Wills Sicht erzählt, wodurch normalerweise Spannung entsteht. Nicht jedoch hier, denn was
der jeweils andere herausfindet, beobachtet oder denkt, ist alles andere
als unerwartet, sondern die logische Konsequenz des Vorausgegangenen. Hinzukommt noch, dass sich viele Passagen wiederholen, sodass die Hand-lung dann auf der Stelle tritt.
Der Schluss hält zweifelsohne einige Überraschungen bereit, wirkt aber ins-gesamt unrund, konstruiert.
Dabei wimmelt der Text so von Rechtschreib- bzw. Grammatikfehlern, dass ich einige Stellen mehrmals lesen musste, um einen Sinn zu erkennen.
Fazit: Normalerweise hätte ich das Buch gar nicht zu Ende gelesen.
Aber es war wie bei einem Unfall: Man will das Schreckliche eigentlich gar nicht sehen, kann aber bei so einem extremen Ereignis doch nicht wegschauen – der alte Konflikt zwischen Abstoßung und Faszination (approach-avoidance-conflict)
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Jacqueline Lochmüller (Donnerstag, 20 November 2025 09:49)
Liebe Annette, Rechtschreibfehler? Ist das ein SP-Buch?
Liebe Grüße, Jacqueline
A.T. (Donnerstag, 20 November 2025 10:05)
Das E-Book ist bei Bookouture erschienen.