Michael Klink ist ein schwäbischer Comedian, der unter dem Namen „LinkMichel“ ein Bühnenprogramm performt, in dem
er in seiner Mundart Menschliches und allzu Menschliches aufs Korn nimmt.
Auch in diesem auf Hochdeutsch geschriebenen Buch karikiert er alltägliche Situationen.
Ausgangspunkt ist die Urlaubsplanung mit seiner Frau: Er möchte am liebsten zu Hause bleiben, sie unbedingt nach Schweden – man einigt sich auf Gran Canaria.
Was folgt, ist die Schilderung einer von Kuriositäten geprägten Reise inklusive vorbereitender Aktivitäten, verpackt in viele einzelne Episoden. Protagonisten sind dabei nicht nur er und seine Frau – in Rückblenden auch die Kinder -, sondern auch Miturlauber, Hotelpersonal, Animateure usw.
Die Dynamik zwischen ihm und seiner besseren Hälfte im Spannungsfeld unterschiedlicher Wünsche und Erwartungshaltungen ist dabei immer der Auslöser für Reibereien, Interessenkonflikte, Missverständnisse. Man neckt sich, streitet auch mal, aber bewältigt letztlich auch die nervigsten Angelegen-heiten mit viel Humor.
Immer wieder schweift der Autor auch gerne zu Ereignissen ab, die in der Vergangenheit vor allem für familiäre Diskussionen gesorgt haben.
Resümee: Laut Nachsatz im Buch ist dies „ein Werk der Fiktion. Alle Charak-tere und Ereignisse in dieser Geschichte sind Produkte der Phantasie oder wurden rein fiktional verwendet. Jegliche Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Personen […] sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.“
Andererseits schreibt der Autor aber explizit über sich, nennt seine Frau mit ihrem tatsächlichen Namen. Und auch auf dem Cover ist das Paar abgebildet.
Es entsteht also durchaus der Eindruck, dass dieses Buch zumindest auto-biographische Elemente enthält.
Ob es mir gefallen hat? Jein:
Die einzelnen Anekdoten sind locker aneinander gereiht. Sie folgen nicht dem Konzept einer durchgehenden Romanhandlung, sondern stellen vielmehr ein Bühnenprogramm in Buchform dar – auf YouTube kann man sich einige Clips anschauen.
In manchen Episoden erkennt man eigene Verhaltensweisen und Marotten oder die seiner Mitmenschen wieder, die Michael Klink in pointierter Form mal mehr, mal weniger überspitzt darstellt.
Sie haben mir oft ein Schmunzeln, gelegentlich auch ein Lachen entlockt.
Manchmal überzeichnet er allerdings für meinen Geschmack zu stark, so-dass die entsprechenden Situationen unglaubwürdig bis klamaukig herüber-kommen. Außerdem gehen die Gags für mein Empfinden zum Teil zu stark auf Kosten seiner Frau, der übrigens das Buch gewidmet ist.
In Bezug auf die Rückblenden in den Alltag außerhalb des Urlaubs hatte ich häufig das Gefühl, dass es dem Autor dabei vor allem darum geht, situations-bezogene Uralt-Gags, Kalauer und Flachwitze unterzubringen. Hier habe ich dann oft nur die Augen verdreht.
Fazit: leichte, unterhaltsame Sammlung persönlicher Erlebnisse
und Beobachtungen, humorvoll und durchaus auch selbstironisch,
allerdings manchmal den Bogen überspannend
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