_______________________

 

Webmaster u.v.a.m.

Elmar Traks

Elmar Traks

Herrmann, Jutta Maria – Die Notlüge (2025)

Psychothriller

 

Ranka (Anfang 20) ist mit ihrem langjährigen guten Freund Aaron auf einem Roadtrip durch Norwegen, als sie den Anruf von Gunnar, dem Ex-Partner ihrer Mutter Agnes, erhält. Er teilt ihr mit, dass

diese nach einem Autounfall schwer verletzt im Koma liegt. Sofort bucht Ranka einen Flug von Oslo nach Berlin und eilt ins Krankenhaus.

Dort unterrichtet sie der behandelnde Arzt darüber, dass Agnes nicht nur

viel Blut verloren und eine gravierende Kopfverletzung erlitten hat, sondern dass auch eine Niere so stark geschädigt wurde, dass sie entnommen werden musste. Auch die zweite müsse eventuell entfernt und durch eine Spender-niere ersetzt werden.

 

Zunächst stehe aber eine erneute Bluttransfusion im Vordergrund. Da die Mutter eine seltene Blutgruppe hat, sind die Konserven bereits aufgebraucht, sodass man ihre Tochter um eine Abnahme bittet, die sofort zustimmt.

Die Analyse ist ein Schock: Agnes kann nicht Rankas leibliche Mutter sein.

Aber adoptiert wurde sie auch nicht, denn es liegen eine amtliche Geburts-urkunde und das Testat einer Hebamme vor.

 

Während die junge Frau beginnt, Erkundigungen in Bezug auf ihre Abstam-mung anzustellen, stirbt Gunnar, ihr väterlicher Vertrauter und Ex-Lebens-gefährte ihrer Mutter.

 

Zusammen mit ihrem Freund Aaron, der inzwischen auch wieder in Berlin ist, forscht sie weiter, und kommt einem gut 20 Jahre zurückliegenden Mord auf die Spur, der nie gänzlich aufgeklärt werden konnte.

 

Während Agnes weiterhin nicht ansprechbar ist, stößt Ranka auf ein toxisches Beziehungsgeflecht, und irgendjemandem scheint jedes Mittel recht zu sein, sie an weiteren Recherchen zu hindern.

 

Resümee: Die Handlung ist von Anfang an spannend, beginnend mit der Frage, ob Agnes' Unfall eventuell provoziert wurde, gefolgt von dem Schock für Ranka, dass sie auf Grund der Blutanalyse nicht die Tochter der Schwer-verletzten sein kann.

Als ihr väterlicher Freund und Ex-Lebensgefährte der Mutter stirbt, stellt sich die Frage: natürlicher Tod oder Mord?

Mit jedem von Rankas Schritten, etwas über ihre Herkunft herauszufinden,

tun sich neue Ungereimtheiten und Fragen auf – und ihre Lage wird immer gefährlicher. Wer will offensichtlich partout verhindern, dass sie ihrer Abstam-mung auf die Spur kommt?

Warum verhält sich Aaron plötzlich so aggressiv ihr gegenüber?

Fragen über Fragen, die nach vielen Wendungen erst gegen Ende vollständig beantwortet werden.

 

Bei allem wird Rankas innere Zerrissenheit deutlich: Wer ist ihre leibliche Mutter, wer ihr Vater, von dem Agnes behauptet, er sei unbekannt? Wie passt der unaufgeklärte Mord vor gut 20 Jahren ins Bild? Hinweise deuten darauf hin, dass eine Verbindung zu ihrer Mutter bestehen könnte.

 

Gefallen hat mir auch der Schreibstil von Jutta Maria Herrmann: klar und direkt, ohne Schnörkel und unnötige Längen.

 

Fazit: ein spannender Psychothriller

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0