_______________________

 

Webmaster u.v.a.m.

Elmar Traks

Elmar Traks

Boland, Shalini – Die geheime Mutter (2024)

Psychothriller

 

Als Tessa Markham (Mitte 30) an einem Sonntag vom Friedhof nach Hause kommt, wo sie die Gräber ihrer verstorbenen

Kin-der besucht hat, sitzt in der Küche ein etwa 5 Jahre alter Junge, der konzentriert mit Buntstiften ein Bild malt. Bei ihrem Anblick

fragt er Tessa, ob sie seine Mummy sei. Als sie mit der Gegenfrage antwortet, wer er denn sei, meint er, dass sie das doch wisse – er sei Harry.

Aber sie hat den Jungen noch nie gesehen und auch keine Ahnung, wie er in ihr Haus gelangt sein könnte. Harry gibt an, ein Engel sei mit ihm ganz normal durch die Eingangstür hereingekommen und habe gesagt, er solle hier auf seine Mummy warten.

Tessa ist ratlos und ruft zunächst ihren Mann Scott an – die Beziehung hat den Tod ihrer beiden Kinder nicht verkraftet, sodass sie seit einiger Zeit ge-trennt leben.

 

Widerwillig erscheint er und ruft auf Bitten seiner Noch-Ehefrau die Polizei. Die Beamten jedoch glauben ihrer Schilderung nicht und haben sie im Ver-dacht, den Jungen selbst hergebracht zu haben. Und auch Scott zweifelt stark an ihrer Darstellung – schließlich hatte sie nach dem Tod ihres Sohnes schon einmal versucht, einen Kinderwagen mit einem Säugling zu entführen.

 

Harry kann schließlich zu seinem Vater zurückgebracht werden, doch Tessa wird weiter von der Polizei verhört. Sie ist verzweifelt und versucht auf eigene Faust, mehr über die familiären Verhältnisse des Jungen herauszufinden, in der Hoffnung, Licht in das Geschehen zu bringen.

Während Scott sie für psychisch krank und therapiebedürftig hält, bietet ihr eine als Journalistin arbeitende Nachbarin Hilfe an. Und auch Tessas Chef unterstützt sie nach Kräften.

 

Was schließlich ans Licht der Wahrheit gelangt, ist schockierend.

 

Resümee: Dies soll ein „atemberaubender spannender Psychothriller“ sein? Nie im Leben! Es sei denn … siehe Fazit!!!

 

Der Plot ist ziemlich wirr, ohne einen roten Faden angelegt.

Es geht schon damit los, dass ich doch sehr starke Zweifel daran habe, 

dass man einen aufgeweckten 5-jährigen Jungen einfach in die Küche eines fremden Hauses setzen kann mit der Maßgabe, etwas zu malen, bis seine „Mummy“ (von der er weiß, dass sie verstorben ist) kommt. Das macht er auch brav und fragt die nach Hause kommende Unbekannte dann, ob sie seine Mutter sei.

 

Nach dem Motto „greif hier mal hin, greif da mal hin“, gerät im Laufe der Handlung mal der eine, mal der andere in den Verdacht, unlautere Absichten zu verfolgen oder nicht mit offenen Karten zu spielen.

 

Allerspätestens ab der Mitte des Buches kann man sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich denken, in welcher Beziehung der kleine Harry

zu Tessa steht – schließlich hat sie ihre Zwillinge in dem Krankenhaus ent-bunden, in dem sein Vater als Gynäkologe tätig war.

Und prompt wird der Verdacht dann zum Schluss zur Gewissheit. Wobei die Autorin in der 2. Hälfte noch krampfhaft, aber erfolglos versucht, Spannung

zu erzeugen und zur Sicherheit – um den Leser bei der Stange zu halten – auch noch eine Liebesgeschichte einbaut.

 

Inhaltlich werden immer wieder die gleichen Szenen beschrieben:

Reporter vorm Haus und vor der Gärtnerei, in der Tessa arbeitet, und denen sie auszuweichen versucht; stets nach dem gleichen Muster ablaufende Tele-fonate mit Noch-Ehemann Scott; immer die gleiche Tätigkeit in der Gärtnerei usw.

 

Tessas Wesen ändert sich chamäleonartig, wie es der Autorin gerade in die Handlung passt: Mal gibt sie sich hilf- und planlos, ja sogar recht naiv, dann wieder agiert sie mutig, entschlossen, selbstbewusst, um im nächsten Mo-ment wieder nicht zu wissen, wo's langgeht.

 

Fazit: „Atemberaubender Thriller“ muss hier neu definiert werden:

Der gelangweilte Leser ermüdet zunehmend und gähnt vor sich hin – wahrlich atemberaubend. Gleichzeitig werden die Geduldsfäden stark gekitzelt, die Nerven beansprucht – ein Thrill nach dem anderen,

nur halt nicht im positiven Sinne.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0