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Elmar Traks

Elmar Traks

Gruber, Andreas – Herzfluch (2025)

Thriller

 

Bereits seit gut 2 Monaten ist die lebenslustige Wiener Physikstudentin Anna Klein (20) während ihrer Sommerferien als Backpackerin von Gibraltar aus entlang der Mittelmeerküste durch Südeuropa getrampt. Zur Zeit hält sie sich auf einer griechischen Insel auf, wo sie einen reichen Reeder kennengelernt hat, von dem sie zu einer exklusiven Poolpartie auf seinem luxuriösen Anwesen eingeladen worden ist. Anna, die das Ambiente in vollen Zügen genießt, fällt dem attraktiven Leonidas auf, der den Kontakt zu ihr sucht.

Zu vorgerückter Stunde gerät die Party immer mehr aus dem Ruder, viele Gäste tummeln sich mittlerweile im Pool, aus dem plötzlich ein ekelhafter Gestank nach faulen Eiern aufsteigt. Die Leute versuchen röchelnd, sich aus dem Wasser zu retten, etliche brechen zusammen. Anna gelingt es zwar, zusammen mit Leonidas von dem Grundstück zu flüchten … doch seitdem gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihr.

 

Peter Gerink und Dino Scatozza, Entführungsspezialisten des BKA Wien, sind gerade von der erfolglosen Suche nach einem kleinen deutschen Jungen, der während des Griechenland-Urlaubs mit seinen Eltern verschwunden war, wieder nach Österreich zurückgekehrt. Doch es bleibt ihnen keine Zeit zum Durchatmen, denn sie werden sofort wieder nach Griechenland zurückge-schickt, um das Schicksal der vermissten Anna Klein aufzuklären.

 

Währenddessen erhält Peter Gerinks Frau Elena, die als Privatdetektivin arbeitet, von dem schwerkranken Großvater einer vor 15 Jahren ermordeten 16-Jährigen den Auftrag, zu beweisen, dass der damals freigesprochene Thomas Dannenberg sehr wohl der Täter ist. Ihre Recherchen führen sie ebenfalls nach Griechenland, wohin sich der Mann nach dem Prozess gegen ihn auf eine kleine Insel abgesetzt hat.

 

Dorthin weisen schließlich auch die Spuren im Fall der verschwundenen Anna Klein, sodass Elena, Peter und Dino gemeinsam ermitteln.  

 

Resümee: Dieses Buch hat mich von Anfang an so gefesselt, dass ich es am liebsten in einem Rutsch durchgelesen hätte.

 

Die Handlung besteht aus 2 Ebenen:

Eine dreht sich um die kürzlich während ihres Griechenland-Urlaubs ver-schwundene Anna Klein, die die BKA-Ermittler Gerink und Scatozza finden wollen, die andere um Thomas Dannenberg, dem Elena Gerink einen 15 Jahre zurückliegenden Mord nachweisen soll.

Beide Stränge werden zunächst abwechselnd erzählt, entwickeln sich anfangs unabhängig voneinander. Erst später laufen beide Ermittlungen zusammen.

 

Während des gesamten Buches nimmt das Geschehen durch ständig neue Wendungen kontinuierlich an Tempo und Spannung zu, gleichsam einer Lawine, die immer mehr an Fahrt gewinnt, während sie unaufhaltsam auf einen zurollt. Auch Cliffhanger an den Kapitelenden sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

 

Dabei kristallisiert sich allmählich heraus, dass Etliches nicht so ist, wie es anfangs schien, ja in einigen Fällen sogar eine Umkehrung von Gut zu Böse und umgekehrt stattfindet – spannende Entwicklungsprozesse, die der Autor hervorragend Stück für Stück raffiniert herausgearbeitet hat.

 

In dem Maße, in dem Spannung und Dramatik steigen, verdüstert sich auch die Atmosphäre, die zunehmend von Szenen aus der griechischen Mythologie getragen wird – keineswegs langweilig, wie vielleicht einige meinen mögen, sondern absolut interessant und stimmig in den Handlungsverlauf integriert.

 

Als Leser hält man oft mit einem gedanklichen „Das-darf-doch-nicht-wahr-Sein“ die Luft an, ist geschockt und fiebert mit den Ermittlern mit – nicht nur, was die Aufklärung ihrer Fälle, sondern auch ihr eigenes Überleben angeht.

Gegen Ende war mir die Atmosphäre allerdings stellenweise schon zu dicht, bedrückend und düster – kurz: schwer aushaltbar.

 

Die BKA-Beamten Peter Gerink und Dino Scatozza sowie die Privatdetektivin Elena Gerink sind 3 ganz unterschiedliche Charaktere, ergänzen sich hervor-ragend und sind gleichermaßen beruflich engagiert und ausgesprochen sympathisch.

 

Besonders gut hat mir auch der Schreibstil gefallen: Die Dialoge der Protago-nisten sind von viel Galgenhumor und Wortwitz geprägt und lassen einen bei all der beklemmenden und spannungsgeladenen Atmosphäre so manches Mal schmunzeln.

 

Fazit: Dies ist bereits der 2. Band der „Herz-Reihe“, ich werde aber

   gleich anschließend den 1. Teil („Herzgrab“) lesen.

 

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