Die Küsten-Kommissare 31
Küstenkrimi
Als Sophie Meerkatz und ihr Lebensgefährte Finn an einem kalten Februartag in ihrer gemütlichen Küche gerade gemeinsam
Essen zubereiten, ruft ihr Ex-Partner Taako an. Beide haben auch nach der Trennung ein sehr freundschaftliches Verhältnis – sogar die Männer kommen bestens miteinander aus – und Taakos fast 8-jähriger Sohn Nils besucht sie regelmäßig. Sein Vater ruft an, weil er in Sorge ist, denn der Kleine hat Ärger in der Schule:
Einer seiner Freunde hat ein Handy bekommen, mit dem sie zusammen
mit einem dritten Schüler den Aushilfslehrer Jakob Hensel in verschiedenen Posen fotografiert, die Bilder anschließend bearbeitet und mit Sprüchen kommentiert haben. Leider sind sie erwischt worden, und jetzt herrscht Auf-ruhr an der Schule.
Taako bittet Sophie, durch ein Gespräch mit dem Lehrer den Ärger aus der Welt zu schaffen, denn da sie Kommissarin ist, würde er bestimmt auf sie hören. Eigentlich hat sie wenig Lust, sich in die Streitigkeiten einzumischen, gibt aber schließlich nach. Nachdem sie mit Nils und auch mit den Eltern seiner beiden Freunde geredet hat, passt sie Jakob Hensel nach Schul-schluss ab und sucht das Gespräch.
Der Lehrer wirkt dabei sehr nervös, schaut sich dauernd um und spielt die Angelegenheit schnell zu einer Bagatelle herab, sodass Sophie die Angele-genheit letztlich als geregelt betrachtet.
Am nächsten Tag jedoch fehlt Hensel in der Schule – seine Leiche wird am Dockkoog gefunden, einem Gebiet zwischen Husumer Hafen und Watt am Rande der Stadt. Sie weist im Brust- und Halsbereich deutlich sichtbare Stichverletzungen auf.
Da Oberkommissarin Sophie Meerkatz offenbar die Letzte ist, die Jakob Hensel lebend gesehen hat, gerät sie unter Druck, soll sogar auf Anweisung von höchster Stelle von den Ermittlungen abgezogen werden.
Doch ihre Kollegen Svenja Tades, Jasper Hinrichs und Rüdiger „Rüde“ Thomsen halten zu ihr und beziehen sie stets in ihre Überlegungen mit ein.
Resümee: Diesen Band der Küsten-Kommissar-Reihe finde ich besonders spannend. Das liegt vor allem daran, dass parallel zur Haupthandlung in Rückblenden die Geschichte von Manfred und Jakob erzählt wird. Sie sind im gleichen niedersächsischen Ort aufwachsen, und seit Kindertagen verbindet sie eine tiefe Freundschaft, obwohl sie aus sozial ganz unterschiedlichen Ver-hältnissen kommen. Doch dann trennen sich ihre Lebenswege ...
Dass es sich bei Jakob um den Aushilfslehrer handelt, mit dem der kleine Nils und seine beiden Freunde Ärger bekommen haben, ist schnell klar, doch wie passt Manfred in das Bild?
Welche Rollen spielen die Frau und deren Tochter, bei denen der Lehrer zur Zeit wohnt? Die Mutter gibt sich als Hensels Lebensgefährtin aus, scheint aber irgendwie gar nicht zu ihm zu passen.
Auch die Rektorin der Schule, mit der er eine Affäre hat, bleibt undurchsichtig. Warum hat sie ihn als Aushilfslehrer eingestellt, obwohl er keinen Wohnsitz angemeldet hat?
Im Vordergrund steht aber immer die Frage, warum Jakob sterben musste – ein Motiv ist bis zum Schluss nicht ersichtlich.
Als einer von Nils' beiden Freunden vermisst wird, nimmt der Fall eine drama-tische Wende. Zwar wird der Junge gefunden, ist jedoch so schwer verletzt, dass er nicht vernommen werden kann. Wer wollte ihn warum aus dem Weg räumen?
Die Aufklärung des Falles erscheint mir unter ermittlungstechnischen Ge-sichtspunkten ein wenig fragwürdig. Gerne würde ich das näher erklären, das ginge aber nicht, ohne zu spoilern.
Ein wenig nervig finde ich es, dass diesmal im Kommissariat arg oft Kaffee aufgestellt wird und Svenja Tades' blonder Pferdeschwanz ständig wippt.
Fazit: Die Handlung ist spannend, die Auflösung am Schluss
lässt jedoch Fragen offen.
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