_______________________

 

Webmaster u.v.a.m.

Elmar Traks

Elmar Traks

Johannsen, Anna – Die Vermisste von Holnis (2024)

Die Inselkommissarin, Band 11

 

Sophia Jepsen wuchs in Holnis - einer kleinen Halbinsel nordöstlich von Glücksburg – auf, von wo sie vor 4 Jahren, kaum 16 Jahre alt, plötzlich spurlos verschwand. Vor knapp

3 Wochen nun ist ihre Leiche in der Nähe von Odense auf der Insel Fünen gefunden worden. Da sie einen sehr gut gefälschten dänischen Ausweis bei sich hatte, ging die dänische Polizei zunächst davon aus, dass es sich bei der Toten um eine Landsmännin namens Jonna Holm handle. Erst ein DNA-Abgleich führte zu ihrer richtigen Identität und nach Deutschland. Daher bittet die dänische Polizei die Kollegen vom LKA Kiel um Unterstützung.

Hauptkommissarin Lena Lorenzen – bekannt als Inselkommissarin - und ihre Kollegin Naya Olsen übernehmen die Ermittlungen. Ihr Partner Johann Grasmann befindet sich noch in Elternzeit und arbeitet daher im Innendienst, von wo aus er Erkundigungen einholt und sie mit Informationen versorgt.

 

Sie müssen sich gründlich in den ursprünglichen Vermisstenfall einarbeiten und bekommen während ihrer Recherchen immer wieder Unterstützung durch die dänische Polizei.

Die ersten Schritte führen die Kommissarinnen zu Sophia Jepsens getrennt lebenden Eltern, Freundinnen und Schulkameraden, ohne die Ermittlungen jedoch voranzubringen.

 

Als die Obduktion ergibt, dass Sophia ein Kind geboren und bis vor Kurzem noch gelebt hat, bekommt der Fall eine neue Wende. Wo hat die junge Frau sich mit ihrem Kind aufgehalten? In Deutschland, in Dänemark? Und wo be-findet es sich jetzt?

Nun geht es nicht mehr nur darum, Sophias Mörder zu stellen, sondern möglichst auch ihr Kind lebend zu finden.

 

Resümee: Ich bin lange Fan dieser Krimireihe von Anna Johannsen gewesen. Als ich Band 10 („Die Tote vom Fastensee“) enttäuschend fand, dachte ich an einen Ausrutscher, jedoch bestätigt dieses Folgewerk leider meine damalige Einschätzung:

. Die Handlung ist außerordentlich zäh und langweilig, entscheidende Er-mittlungsergebnisse lassen auf sich warten, vermeintliche heiße Fährten stellen sich schnell als holprige, kaum gangbare Trampelpfade heraus.

 

. Viel wird über das Privatleben der beiden Ermittlerinnen erzählt:

Lena Lorenzen belastet die ständige Abwesenheit von ihrer Familie. Wir erfahren bei jeder Heimkehr, wie ihr Mann sich um den kleinen Sohn küm-mert, dabei von Lenas Ex-Kollegem und Freund Ole unterstützt wird oder dass die Familie etwas zusammen unternimmt.

Naya Olsen, ihre junge Partnerin deutsch-grönländischer Abstammung, erzählt während der Autofahrten immer wieder von ihrem letzten Aufenthalt bei ihrem auf Grönland lebenden Großvater, ihren Eindrücken und ihrer Identitätsfindung.

Die Haupthandlung wird dadurch immer wieder lange unterbrochen, Span-nung kommt so gut wie nie auf.

 

. Es wird kein Klischee ausgelassen (ACHTUNG SPOILER):

pädophiler Vater (Lehrer!) – was sehr früh klar ist und den weiteren Fortgang erahnen lässt: Nämlich dass er auch seine Tochter missbraucht hat, die von zu Hause geflohen, schließlich bei einer Sekte gelandet, schwanger gewor-den ist usw.

 

. Sophia selbst bleibt farblos: Wir erfahren nichts von ihr selbst (z.B. durch Rückblenden), sondern bestenfalls etwas über sie durch andere.

Protagonisten, mit denen man sich identifizieren oder mit denen man fühlen könnte, gibt es nicht. Es ist ein Greif-hier-mal-Hin, Greif-da-mal-Hin an Zeu-genbefragungen, was eher für Verwirrung als für Klarheit sorgt.

 

Fazit: schade um dieses Buch und schade, dass ich mir voreilig

   auch schon Band 12 („Die Toten auf Föhr“) gekauft habe.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0