Thriller
Durch Zufall macht Sylvia in einem Diner die Bekanntschaft
mit dem ebenso attraktiven wie erfolgreichen Schriftsteller Adam Barnett. Im Laufe einer kurzen Unterhaltung erwähnt er, dringend eine private Betreuung für seine nach einem Unfall stark beeinträchtigte Ehefrau Victoria zu suchen, doch leider sei eine Bewerberin nicht zum vereinbarten Gesprächstermin erschienen. Spontan bietet er Sylvia die Stelle zu hervorragenden Konditionen an. Da die junge Frau arbeitslos ist, aber dringendst Geld braucht, sagt sie nach einigem Überlegen zu, obwohl sie aus irgendeinem Grund ein äußerst ungutes Bauchgefühl hat.
Sie zieht also ins große Anwesen der Barnetts in Montauk, an der Ostspitze Long Islands.
Als sie dort Victoria Barnett kennenlernt, ist sie geschockt: Einst eine wunder-hübsche Frau, die auf Fotos strahlt, ist sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. Sie ist halbseitig gelähmt, kann weder gehen noch sprechen, nur unverständ-liche Laute von sich geben. Ihr Zimmer hat sie schon länger nicht mehr ver-lassen.
Schon nach kurzer Zeit kann sie sich gegenüber Sylvia aber so weit verständ-lich machen, dass diese ihre Bitte versteht, ein Tagebuch an sich zu nehmen und zu lesen. Dies hatte Victoria einst begonnen, um ihren späteren Kindern zu erzählen, wie sie Adam kennen und lieben gelernt und sich ihre Beziehung entwickelt hat.
Was dort steht, lässt in Sylvia Zweifel aufkeimen, ob Adam ihr diesbezüglich die Wahrheit gesagt hat. Immer mehr lässt sie das Gefühl nicht los, dass an der Geschichte von Victorias Unfall etwas nicht stimmt.
Resümee: Dieses Buch mutet als Crossover von „Wenn sie wüsste“ und
„Sie kann dich hören“ der gleichen Autorin an.
Gemeinsame Motive mit dem erstgenannten: junge Frau braucht dringend einen Job, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen – als sie kaum noch Hoff-nung hat, bekommt sie schließlich eine Stelle bei einer gut situierten Familie auf Long Island incl. freier Kost und Logis … und höchst attraktivem Haus-herrn.
Gleiche Motive aus letztgenanntem Thriller: Die Ehefrau wird als krank und bettlägrig beschrieben – sie ist quasi in einem Raum eingesperrt, braucht Hilfe – der Pflegekraft kommt zunehmend einiges merkwürdig vor, sie hegt immer mehr Zweifel an der Legende – der Ehemann allerdings gibt sich seiner Frau gegenüber ausgesprochen liebevoll – die Angestellte will Hintergründe her-ausfinden.
Hinzukommen so abgenutzte Szenarien wie Stromausfälle bei Unwetter, eingeschneit und somit abgeschnitten von der Umwelt sein. Und der Lebens-retter taucht wie ein Deus ex machina pünktlich auf die Sekunde auf.
Die ganze Handlung ist derart „grobmaschig gestrickt“, dass sie über weite Strecken vorhersehbar ist – Wendungen sind durchaus vorhanden, allerdings aus den genannten Gründen keine überraschenden.
Nur zum Schluss wird es es wenig chaotisch: Wer sind denn nun die Guten und die Bösen? Hier entscheidet sich die Autorin zur allgemeinen Verwirrung mehrmals um.
Kein Wunder also, dass Spannung nicht aufkommen will.
Fazit: Ich hatte bislang 7 Bücher der Autorin gelesen, und mir haben
alle prima gefallen, bis auf „Der Lehrer“ - und selbst dem kann
das aktuelle Werk nicht das Wasser reichen.
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