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Elmar Traks

Elmar Traks

Güler, Salim – Der Fotograf (2026)

Köln Krimi

 

Kurz bevor Walter seinen Imbiss schließen will, kommt noch ein Gast herein, der eine Currywurst bestellt. Es ist der Starfotograf Julius Baumann. Beide Männer sind sich sympathisch und machen lockeren Small-talk. Als Baumann geht, wirkt er gut gelaunt und zufrieden, ist nur irritiert, als ihm ein Polaroidfoto aus der Tasche fällt.

Am nächsten Morgen erhalten die Kölner Kommissare Lasse Brandt und Emre Aydin die Nachricht, dass ein Spaziergänger am Aachener Weiher eine Leiche gefunden hat, angelehnt an einen Baum, mit einer großen Kopfwunde. Neben ihr liegen Polaroidfotos, die Tatwaffe fehlt jedoch.

 

Bei dem Toten handelt es sich um Julius Baumann. Obwohl er auf Social Media vertreten ist, wo er regelmäßig Berufliches postet, ist über sein Privat-leben so gut wie nichts bekannt. Man munkelt jedoch, dass er homosexuell sei.

 

Was machte der Mann nachts am Aachener Weiher? Der Park ist dafür be-kannt, dass sich Pärchen aus der Gay-Szene dort gerne zum schnellen Sex treffen.

Und was hat es mit den Fotos auf sich, die neben der Leiche gelegen haben, und von denen eins exakt die Auffindesituation darstellt?

Einen Raubmord schließen die Kommissare aus, da Wertgegenstände, die das Opfer bei sich hatte, nicht gestohlen wurden.

Handelt es sich um eine persönlich oder beruflich motivierte Tat?

 

Befragungen im Freundeskreis von Julius Baumann gleichen einem Stochern im Trüben: Jeder scheint etwas zu verheimlichen.

 

Bis zur Aufklärung ist es ein weiter Weg – und Imbiss-Besitzer Walter dank seiner Kontakte eine unverzichtbare Hilfe.

 

Resümee: In diesem Buch geht es darum, ein Geflecht verschiedener, mit-einander gekoppelter Beziehungen zu entwirren. Im Mittelpunkt stehen dabei 3 Personen, die einen engen Bezug zu dem ermordeten Fotografen hatten, und bald den Kreis der Verdächtigen bilden:

 

. Bärbel Grimmsen war vor ca. 20 Jahren während seines Fotografie-Studiums Julius Baumanns Professorin, und auch danach haben sich beide privat scheinbar nahe gestanden. Kam es zuletzt jedoch zu Animositäten? Fühlte Bärbel sich ungerecht behandelt?

 

. Matthias Feldmann und der Tote kannten sich aufgrund ihres gemeinsamen Interesses für die Fotografie seit ihrer Jugend. Letzterer avancierte zum Star, der andere wurde Inhaber eines mehr schlecht als recht gehenden Foto-studios.War Feldmann eifersüchtig auf den Erfolg seines Freundes? Hatten sie eine offene Rechnung?

 

. Mit dem schwulen Paradiesvogel Henrik Frey hatte Julius Baumann am Abend seines Todes eine Bar verlassen. Wohin sind sie gegangen? Ist es zwischen ihnen zum Streit gekommen?

 

Schon bei den ersten Befragungen wird deutlich, dass die genannten Per-sonen sich nach außen zwar kooperativ mit der Polizei geben, jedoch einiges zu verbergen haben. Es erfolgen immer wieder Besuche von Lasse Brandt und Emre Aydin bei ihnen, die jedoch die Ermittlungen kaum weiterbringen. Das Ganze gleicht zunehmend einem Ratespiel, wer denn nun Julius Bau-mann auf dem Gewissen hat. - Dieses ständige Hin und Her ohne erkenn-baren Erkenntnisgewinn fand ich auf Dauer etwas nervig.

Die Frage, die im Hintergrund mitläuft ist auch, ob der bereits einige Zeit zurückliegende Suizid von Julius Baumanns Geliebtem Jonas für den aktu-ellen Fall eine Rolle spielt. - Diese Debatte ist sicher nicht unberechtigt, wird aus meiner Sicht aber viel zu stark breitgetreten.

 

Erst als Freund Walter – übrigens mein Lieblingsprotagonist - seine zahl-reichen Kontakte spielen lässt, kann das Geflecht aus Doppelleben, heim-lichen Kontakten, offenen Rechnungen entwirrt und die Wahrheit nach und nach freigelegt werden. Letztendlich sind es weniger die Kommissare als vielmehr der Imbiss-Besitzer, der den Fall aufklärt. - Irgendwie ein schwaches Bild der Profis.

 

Durch die kurzen Kapitel und Perspektivwechsel ist das Erzähltempo flott – viel Spannung kommt dadurch allerdings nicht auf, denn flugs geht es zur x-ten Vernehmung eines Verdächtigen.

 

Fazit: Die 4 Bücher, die ich bislang von Salim Güler gelesen habe,

   haben mir um Längen besser gefallen.

 

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