Die Küsten-Kommissare, Band 32
Arbeit, geschweige denn eine regelmäßige Berufstätigkeit,
ist nicht Steffens Ding – er findet die Anforderungen, die an
ihn gestellt werden im Allgemeinen unzumutbar. Seine Devise ist, dass sein Körper sein Tempel ist, und den gilt es zu hegen. Er hält es
mit Selbsterfahrung und vor allem „Persönlichkeitsimprovement“.
Auch seine neue Flamme Liane soll sich in Selbstoptimierung üben, sich
über ihr Limit pushen, indem sie in einer Vollmondnacht mit ihm tief ins Moor bei Schwabstedt geht, dort ihre Ängste durch Meditation überwindet und so
zu innerer Stärke gelangt.
Doch etwas läuft gewaltig schief, denn am nächsten Morgen erwacht sie im Krankenhaus. Sie kann sich nicht erinnern, was im Moor passiert ist, und von Steffen fehlt jede Spur.
Die Husumer Kommissare Rüdiger „Rüde“ Thomsen, Sophie Meerkatz und
ihr Team stehen vor einem Rätsel. Die Befragungen der letzten Personen, mit denen Steffen und Liane Kontakt hatten, bringen sie nicht weiter, und auch Steffens Familie ist ratlos … bis die Verlobte seines Bruders eine unbedachte Bemerkung fallen lässt.
Resümee: Dieser Band wirkt wie mit der heißen Nadel zusammengestoppelt – viele einzelne Szenen sind aneinander gereiht, denen das Verbindende fehlt. Einige Elemente kommen mir sogar wie Füllsel vor, um eine bestimmte Seitenzahl zu erreichen; sie haben mit der Haupthandlung wenig bis nichts zu tun, werden aber unverhältnismäßig breit ausgewalzt. Zum Teil wird dadurch eine Erwartungshaltung aufgebaut, die dann aber in sich zusammensackt.
Die Aufklärung kommt dann ohne „Vorarbeit“ aus dem Nichts, wirkt ziemlich „aus dem Hut gezaubert“ und unglaubwürdig. Hätten die Kommissare gründ-lich recherchiert und Lianes Angaben überprüft, hätten sie dieser Spur schon längst nachgehen können.
Demgegenüber finde ich einige ihrer Theorien zu den Ereignissen im Moor reichlich abstrus.
Dennoch ist die Handlung leidlich spannend, weil man sich fragt, was dort mit Liane und Steffen passiert ist. Sie selbst kann sich ja an nichts erinnern. Und: Wo ist Steffen? Waren sie vielleicht nicht alleine dort in der Vollmondnacht? Ist es zum Streit gekommen? Hat Liane Panik gekriegt und unbedacht ge-handelt?
Was ich vermisst habe, sind die kleinen privaten Episoden der Kollegen, die der Reihe den Touch geben, es mit alten Bekannten zu tun zu haben. Auch das launige Geplänkel untereinander kommt sehr kurz.
Fazit: ein eher schwacher Band
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