_______________________

 

Webmaster u.v.a.m.

Elmar Traks

Elmar Traks

Geschke, Linus – Das Camp (2026)

Donkerbloem 2

Thriller

 

Der Kölner Barbesitzer und Kleinkriminelle Wout Meertens ist

mit seinem Leben zufrieden: Die Geschäfte laufen prima und auch privat scheint er mit Milana endlich „angekommen“ zu sein. Allerdings vermisst er Tayfun, einen Ex-Boxer, der in der Bar als Türsteher gearbeitet hatte. Aber nachdem Wout „Camp Donkerbloem“, einen Campingplatz in den belgischen Ardennen, günstig kaufen konnte, hat er Tayfun dort als Verwalter eingesetzt. Und der fühlt sich dort so wohl, dass er nur noch selten nach Köln kommt.

Als Wout eines Nachts nach Hause kommt, erlebt er eine unliebsame Überraschung: In der Dunkelheit seines Heims wartet die ihm verhasste Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke auf ihn, obwohl sie nach den letzten dramatischen Ereignissen im Camp vereinbart hatten, nie wieder Kontakt zu-einander aufzunehmen.

 

Die Kommissarin fühlt sich verfolgt und bedroht, hat Wout in Verdacht, sie

zu stalken. Der macht ihr jedoch auf die ihm eigene Art klar, dass er mit den beängstigenden Geschehnissen in ihrem Umfeld nichts zu tun hat,

 

Als Frieda Stahnke gar in Verdacht gerät, für 3 Morde verantwortlich zu sein, und alle Indizien gegen sie sprechen, sieht sie nur einen Ausweg: Sie flieht zu Tayfun ins Camp Donkerbloem, in der Hoffnung, dass sie dort niemand finden wird.

Doch weit gefehlt!

Die Ereignisse entwickeln sich dramatisch, und auch Wout sowie seine Unter-mieterin Kathinka stecken mittendrin.

 

Resümee: Neben verschiedenen Nebenschauplätzen sind die Haupthand-lungs-orte dieses Thrillers Köln, Camp Donkerbloem - ein Campingplatz im Waldgebiet der Ardennen hinter der deutsch-belgischen Grenze - sowie Hamburg.

Die Erzählperspektive wechselt entsprechend der dort jeweils primär agie-renden Protagonisten. Das sind Wout Meertens, ein zwielichtiger Kölner Kneipenbesitzer, dem seit einiger Zeit auch das Camp gehört. Dies wird ver-waltet von seinem ehemaligen Türsteher, dem Ex-Boxer Tayfun, der auf dem Gelände wohnt. Außerdem spielt die Hamburger Hauptkommissarin Frieda Stahnke, die nach ihrer Suspendierung wieder im Dienst ist, eine entschei-dende Rolle für das Geschehen.

Durch die wechselnde Fokussierung wird die Spannung stets hoch gehalten, denn man kennt oft die Gedanken und Vorhaben der Akteure, die ein Konflikt-potenzial bergen, sodass der Leser Gefahren schon im Vorwege erahnt – immer das Beste hoffend.

Andererseits wirkt die Handlung durch die vielen Orts- und Perspektivwechsel – inklusive der der Nebenhandlungen - manchmal etwas unrund, zerrissen.

 

Vor allem, wenn es um ausführliche Hintergrund-Informationen zu den Prota-gonisten geht, enthält der Text einige Längen, wodurch die spannende Hand-lung länger „auf Eis gelegt“ wird. Das Tempo ist insgesamt ein wenig ge-bremst, wirklich überraschende Wendungen rar.

 

Man fragt sich außerdem, warum der Autor dem ungeklärten Mord an Frauke Liebs, der mit der eigentlichen Handlung überhaupt nichts zu tun hat, so viele Seiten widmet: Im Juni 2006 verschwand die damals 21-Jährige nach einem Pub-Besuch in Paderborn. Anfang Oktober wurde ihre Leiche gefunden, ihr Mörder nie gefasst. Die Antwort: Es ist Linus Geschke ein Anliegen, dass der Fall nicht in Vergessenheit gerät. Mit der detaillierten Schilderung der Ereig-nisse in diesem Buch möchte er die Erinnerung wach halten, auch in der Hoffnung, dass der Täter doch noch gefasst wird. So weit so verständlich – aber diesem Cold Case in einen Thriller mit total anderer Thematik so viel Raum zu geben, finde ich fragwürdig. Eine kurze Zusammenfassung mit Link-Verweisen hätte es m.E. auch getan.

 

Ein Gutteil des Schlusses dient schon der Hinleitung zu Band 3 („Die Schlucht“), wo Wout Kathinka helfen will, den Mord an ihrer Schwester aufzuklären.

 

Fazit: Auch wenn mir dieser 2. Teil der Trilogie unterm Strich wieder gut

gefallen hat, so jedoch nicht ohne Abstriche gegenüber dem 1. Band („Der Trailer“). 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0