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Elmar Traks

Elmar Traks

Lind, Hera – Die Löwenmutter (2026)

Roman nach einer wahren Geschichte

 

1985: Eigentlich hat Claudia Baumgartner (21) Medizin studieren wollen, doch da ihr Numerus Clausus dafür nicht ganz reichte, hat sie die Wartezeit genutzt und sich zur Arzthelferin ausbilden lassen.

Jetzt arbeitet sie in der Hausarztpraxis ihres Vaters.

Am 2. Mai ist die Sprechstunde eigentlich schon beendet, und der Arzt will zu seiner täglichen Joggingrunde im Englischen Garten aufbrechen, als noch ein „Notfall“ hereinschneit:

Der Flötist Florian Moser braucht dringend Impfungen, da es am nächsten Tag mit dem Bayerischen Rundfunkorchester auf Tour nach Asien gehen soll.

Für Claudia und Florian ist es Liebe auf den ersten Blick.

2 Jahre später hat sich an ihrer beruflichen Situation nichts geändert, aber Florian und sie sind inzwischen verheiratet. Sie wünschen sich nichts sehn-licher als baldigen Nachwuchs, doch es gibt Probleme, sodass sie die Hilfe einer Kinderwunschpraxis in Anspruch nehmen – und bald Fünflinge erwarten.

Die Schwangerschaft verläuft problematisch, und die 5 Jungen kommen kaum überlebensfähig Anfang der 28. Woche zur Welt. Zwei der Kinder sterben innerhalb weniger Monate.

 

Claudia und Florian sind überglücklich, als sie nach langer Zeit endlich ihre anderen drei Söhne nach Hause holen dürfen. Sie tun bis zur Erschöpfung alles, um ihnen ein schönes, liebevolles Zuhause zu geben sowie die best-mögliche Versorgung und Förderung zu gewährleisten.

 

Während Claudia ihren Traum vom Medizinstudium aufgeben muss, denkt Florian auch an seine Karriere. Er ist mit dem Orchester viel unterwegs, sodass die ganze häusliche Last auf seiner Frau ruht. Als sie herausfindet, dass er eine Affäre mit einer Kollegin hat, will sie ihre Ehe unbedingt retten.

 

Beide bekommen noch eine Tochter, und trotz der Belastungen nehmen sie auch noch ein kleines, an Diabetes leidendes Mädchen türkischer Abstam-mung auf, das unter unzumutbaren Verhältnissen in einer Pflegefamilie gelebt hat.

 

Obwohl Claudia und die Kinder Beständigkeit und ein stabiles Umfeld nötig hätten, wechselt ihr Mann öfter die Orchester, sodass die Familie immer wieder umziehen muss.

 

Im Laufe der Zeit wird Florian immer aggressiver und verbal ausfällig gegen-über seiner Frau. Auch die Kinder werden nicht verschont und leiden darunter. Es stellt sich heraus, dass er wie sein Vater eine bipolare Störung hat.

 

Bei einem ihrer Umzüge kommen sich der mittlerweile schon vertraute Um-zugsunternehmer Didi und Claudia näher. In ihm findet sie im Laufe der Zeit Unterstützung und einen verlässlichen Partner, der auch für die Kinder zu einer wichtigen Bezugsperson wird.

 

Doch bis sie endlich die Scheidung von Florian einreicht, vergeht noch viel kräftezehrende Zeit, geprägt von Verzweiflung, immer wieder Hoffnung und erneuten, immer heftiger werdenden Rückschlägen.

 

Resümee: Das Buch basiert auf einer wahren Lebensgeschichte, in deren Mittelpunkt real existierende Personen stehen, die für die Handlung aber typisiert wurden. Durch die künstlerische Gestaltung der Autorin wurden Wahrheit und Fiktion miteinander verwoben.

 

Die Geschichte von Claudia Baumgartner beginnt im Mai 1985, als sie 21 Jahre alt ist, in der Münchener Hausarztpraxis ihres Vaters als Arzthelferin arbeitet und den 7 Jahre älteren Flötisten Florian Moser kennenlernt. Sie endet 31 Jahre später im Herbst 2016.

 

Die Handlung ist alles: was die Höhen und Tiefen in Claudias Leben angeht gleichermaßen bewegend, unterhaltsam, spannend wie ein Krimi – kurz: ein wahrer und dabei sehr einfühlsam geschriebener Pageturner.

 

Immer wieder fragt man sich in Bezug auf die Protagonistin, die allen Wider-ständen und Katastrophen zum Trotz stets eine wahre Löwenmutter ist, wie viel ein Mensch ertragen kann.

 

Das Leben Claudias, ihr Verhalten, ihre Entscheidungen möchte ich nicht beurteilen: Als Außenstehendem fällt es einem bekanntlich immer leicht, andere zu beurteilen, zu sagen, was man selbst an welcher Stelle anders gemacht hätte. Meiner Meinung nach steht es einem aber nicht zu, die Betroffenen damit zu konfrontieren, geschweige denn Kritik öffentlich zu äußern.

Nur soviel sei mir gestattet: Sie betont stets, dass das Wohl ihrer Kinder oberste Priorität hat. Wäre es da nicht konsequent gewesen, sich schon viel eher von ihrem immer aggressiver und ausfälliger werdenden Mann, unter dessen Verhalten auch die Kinder sehr leiden, zu trennen?

 

Was mich im Laufe der Zeit zunehmend gestört hat, war eine klare Schwarz-Weiß-Kategorisierung in Bezug auf „die Guten“ und „die Bösen“, die keine Grauzonen zulässt.

 

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