Psychothriller
Brooke Sullivan (28) hat einen Vertrag für die Arbeit als Pflegefachkraft in der Krankenabteilung eines Hochsicherheits-gefängnisses unterschrieben, obwohl sie diese Stelle eigentlich gar nicht haben wollte. Doch nachdem alle Bewerbungen in erreichbarer Nähe ihres Wohnortes abgelehnt wurden, blieb ihr keine andere Wahl – und letztlich ist sie froh, als alleinerziehendes Mutter eines kleinen Sohnes einen Job zu haben.
Am Morgen ihres ersten Arbeitstages wird sie durch ihre Vorgesetzte unter anderem instruiert, sich unbedingt an folgende elementare Regeln zu halten:
. nie persönliche Informationen an die Gefängnisinsassen preisgeben, seien
es Details zu Wohnort, Familie oder Privatleben,
. keine Fotos aufhängen oder hinstellen,
. Distanz wahren, kein freundschaftliches Verhältnis aufbauen, denn die
Inhaftierten sind Straftäter, die schwere Verbrechen begangen haben,
. keine Betäubungsmittel zum Missbrauch oder Weiterverkauf herausgeben.
Doch Brooke kann diese Vorgaben gar nicht erfüllen, hat quasi schon vorab dagegen verstoßen. Denn der Grund, warum sie gezögert hat, die Stelle anzunehmen, liegt darin, dass Shane Nelson dort einsitzt. Er war ihr erster richtiger Freund, beide waren sehr verliebt ineinander. Doch während einer Partynacht mit Freunden geschahen schreckliche Dinge, es gab mehrere Tote. Auch Brooke's Aussage sorgte damals dafür, dass Shane wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde und ins Hochsicherheitsgefängnis kam.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis beide nach 10 Jahren in der Krankenstation zum ersten Mal wieder aufeinandertreffen.
Resümee: Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend:
Gleich zu Beginn erfährt man, dass die alleinerziehende Brooke einerseits keine andere Wahl gehabt hat, als die Stelle als Pflegefachkraft im Hoch-sicherheitsgefängnis anzunehmen, sich aber andererseits aus gutem Grund innerlich bei ihr alles dagegen gesträubt hat: Ihr erster Freund, ihre Hoch-schulliebe Shane, sitzt dort ein. Mehr noch: Ihre eigene Aussage trug vor 10 Jahren dazu bei, dass er wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Nicht nur der Leser, sondern auch Brooke ahnt in ihrem tiefsten Inneren, dass Konflikte vorprogrammiert sind.
Und tatsächlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis beide in der Krankenstation aufeinandertreffen.
Ihre gemeinsame Geschichte, besonders die Schilderung der Geschehnisse während der verhängnisvollen Partynacht, von der man in Rückblenden er-fährt, treibt die Handlung voran. Immer wieder verschmelzen dabei Vergan-genheit und Gegenwart, wobei als Katalysator das erneute Aufeinandertreffen mit Bekannten und Freunden von damals dient (Brooke ist kürzlich nach dem Tod ihrer Eltern wieder in ihr altes Zuhause gezogen).
Immer häufiger stellt Brooke ihre Erinnerungen in Frage, jeder kleine Zweifel verändert das Gesamtbild und führt schließlich dazu, dass sie immer weniger an Shanes Schuld glaubt.
Auch als Leser versucht man ständig, die Puzzleteile neu zusammenzuset-zen. Doch jedes Mal wenn man denkt, man durchschaut alles, kommt schon der nächste Twist.
Hinzukommt, dass Shane bis zum Schluss undurchschaubar bleibt: Ist er wirklich so manipulativ, wie Brooke's Vorgesetzte sie warnt? Flammen nicht vielleicht tatsächlich die alten Gefühle bei ihm wieder auf? Was ist damals wirklich passiert? Ist er Täter oder nicht womöglich selbst Opfer, und sitzt
seit 10 Jahren unschuldig im Hochsicherheitsgefängnis?
Brooke hingegen ist eine Person, deren Handeln rational nicht immer nach-vollziehbar ist, die manchmal naiv erscheint. Auf der gefühlsmäßigen Ebene hingegen kann man sie allzu oft verstehen.
Auf diese Weise wird auch durch die Ambivalenz der beiden Haupt-Charak-tere die Spannung permanent auf einem hohen Level gehalten.
Fazit: ein wahrer Psychothriller
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