Nordseekrimi
Emma Christiansen hat nach ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau einen Job im „Austernhuus“ in List auf Sylt angenommen. Ihr ge-fällt die Arbeit prima und sie ist sehr zuverlässig. Umso besorgter ist ihre Chefin Ilse Zabel, als sie an diesem Samstag nicht zur Arbeit erscheint und auch nicht ans Handy geht. Als sie schließlich zu ihr nach Hause fährt, öffnet Emma nicht, sodass sie sich den Zweitschlüssel holt, um nach dem Rechten zu schauen.
Ilse Zabel ist entsetzt, als sie ihre Angestellte tot im Bett liegen sieht und alar-miert sofort die Polizeidienststelle Westerland. Beim ihrem Eintreffen fällt den Polizisten ein Mann auf, der das Haus von Emma Christiansen beobachtet, aber das Weite sucht, als er die Polizisten bemerkt. Wie sich herausstellt, war er auch Ilse Zabel bereits aufgefallen.
Am nächsten Morgen machen sich Kriminalhauptkommissarin Hilla Ahrend sowie ihre Kollegen Oberkommissar Max König und Kommissar Barne Pankok von der SoKo Nord auf den Weg nach Sylt; und auch Kriminologin Ebba Blum ist wieder mit von der Partie..
Während der Ermittlungen geraten gleich mehrere Verdächtige in den Fokus:
War die Ermordung von Emma ein Racheakt ihres Exfreundes? Davon ist jedenfalls deren Mutter fest überzeugt.
Oder ist das Ehepaar Zabel in die Tat verstrickt? Schließlich hatte Emma ein Verhältnis mit ihrem Chef.
Und wer ist der mysteriöse Mann, der das Haus der jungen Frau so intensiv beobachtet hat und dessen eigenes Haus kurz darauf in Flammen aufgeht?
Resümee: Zwar fand ich bislang alle Bücher der SoKo Nord-Reihe spannend, dieser Band sticht diesbezüglich aber heraus. Anfangs scheint es, als sei der Mord an Emma Christiansen schnell aufzuklären, dann wird der Fall jedoch immer komplexer und mysteriöser. Bis zum Schluss rätselt man, wer der Mörder gewesen ist, denn obwohl es ein paar Verdächtige gibt, reichen die vorhandenen Indizien nicht aus, um einem von ihnen die Tat nachweisen zu können.
Es gibt viele mehr oder weniger unvorhergesehene Wendungen, bis der
Fall mit einem überraschenden Twist aufgeklärt werden kann. Dabei ist die Lösung so logisch, dass man sich wundert, sie nicht eher gesehen zu haben – aber manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen, das heißt das Nahe-liegende nicht.
Es ist schön, zu erfahren, welche Fortschritte die Kriminalpsychologin Ebba weiterhin macht und wie sie mittlerweile vom Team der SoKo Nord vorbehalt-los akzeptiert wird.
Die anderen Charaktere bleiben sich treu: Max König ist wieder der „Frauen-beauftragte“, Barne Pankok der ruhige Organisator und Recherche-Betreiber, Hilla Ahrend die energische, manchmal nicht allzu einfühlsame Chefin.
Ihre gegenseitigen Frotzeleien verleiten den Leser immer wieder zum Schmunzeln.
Leider wird der titelgebende Brand des Hauses von Arved Hecht – er ist einer der Mordverdächtigen – nicht aufgeklärt.
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