Thriller
Ein Anruf seines Partners Horst Böhmer reißt Oberkommissar Max Bischoff aus dem Schlaf:
Im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim hat es einen Doppelmord gegeben. Am Tatort finden sie eine männliche Leiche, deren Kopf total zertrümmert in einer großen Blutlache liegt, Knochensplitter und Hirnmasse sind um den Körper herum verteilt. Bei dem zweiten Opfer handelt es sich
um einen 12 Jahre alten Jungen der mit einem blutdurchtränkten T-Shirt an eine Wand gelehnt sitzt. In seinem Hals steckt ein Messer. Es handelt sich
um Vater und Sohn, deren Ermordung die Ehefrau und Mutter mit ansehen musste.
Die unter Schock stehende und kaum vernehmungsfähige Frau gibt an, dass der Täter extrem hässlich ausgesehen habe, wie eine riesige Fliege. Er habe außerdem gesagt, dass sie Schuld an dem Geschehen sei.
Max Bischoff und Horst Böhmer stehen vor einem Rätsel:
Was hat es mit der Fliegenmaske auf sich?
Wie ist der Täter ins Haus gekommen? Es sind keinerlei Einbruchspuren vorhanden.
Warum wurde der Vater mit einem Hammer brutal erschlagen und auf dem Boden liegengelassen, sein Sohn aber mit einem Messerstich in den Hals getötet und gegen eine Wand gelehnt?
Welches war das Motiv? Es gibt keinen Hinweis darauf, dass etwas gestohlen wurde.
Ebenso fehlen Kampfspuren.
Wo ist das Tatmotiv zu suchen: Die Opfer-Familie war nirgends auffällig ge-worden, hatte nach Aussagen von Verwandten, Freunden und Bekannten keine Feinde, aber auch keine speziellen Freunde.
Da geschieht ein weiterer Mord – auch diesmal hat der Täter eine Fliegen-maske getragen und die Ehefrau des Opfers überleben lassen. Mehr noch,
er hat ihr auf getragen: „Erzähl es den anderen!“
Als Max Bischoff den Anruf des Leiters für Forensische Psychiatrie in Langen-feld erhält, kann er kaum glauben, was der ihm mitteilt: Sein Patient Siegfried Fissmann, ein verurteilter Mörder, behauptet, etwas über die Morde zu wissen und die nächsten voraussagen zu können.
Und tatsächlich schlägt der „Fliegenmann“ bald erneut zu.
Resümee: Max Bischoff ist nach einer längeren Beurlaubung erst vor Kurzem wieder in den Dienst zurückgekehrt und gerät bei diesen Fällen an seine psy-chischen Grenzen:
Der Tod von Jennifer aus dem letzten Fall („Im Kopf des Mörders: Tiefe Nar-be“) macht ihm noch schwer zu schaffen. Außerdem sorgt er sich um seine Schwester, die von einem Stalker bedroht wird. Immer wieder muss sein Part-ner ihn zu Besonnenheit ermahnen und vor Alleingängen warnen – zeitweise ist er kurz davor, ihren Vorgesetzten zu bitten, Bischoff von dem Fall abzu-ziehen. Dieser jedoch arbeitet an sich, denn er will unbedingt weitere Morde verhindern.
Mit der Handlung bin ich nicht so recht warm geworden:
Einerseits sind die Fälle sehr rätselhaft und man stellt sich als Leser die glei-chen Fragen wie die Kommissare (siehe Inhaltsangabe), doch es fehlt die Spannung. Liegt es daran, dass
. die Ermittlungen trotz der Besuche bei Siegfried Fissmann in der Psychiatrie auf der Stelle treten, die Gespräche mit ihm immer gleich ablaufen,
. sich auch etliche andere Szenen ähneln und die Handlung (künstlich) in die Länge ziehen,
. Bischoff und Böhmer viel hin- und herfahren,
. ich den Eindruck bekommen habe, dass die Brutalität der Taten „es richten“ soll?
Es ist wohl ein Ursachenbündel.
Man wartet stets darauf, dass endlich etwas passiert, die Kommissare endlich mal einige der nahe liegenden Fragen beantworten können und eine Theorie in Bezug auf den Täter entwickeln, dabei den Leser in ihre Überlegungen ein-binden. Aber spannend ist dieses auf der Stelle Treten nicht.
Erst im letzten Viertel des Buches atmet einer der Kommissare erleichtert auf, dass sie nun endlich eine erste Fährte hätten.
Die Auflösung habe ich als sehr konstruiert und unglaubwürdig empfunden (um das zu erklären, müsste ich spoilern) – nur so viel: Ich habe ernsthafte Zweifel, dass die Person die Taten in dieser Brutalität hatte ausführen können. Und es bleiben Fragen offen.
Außerdem befindet sich Max Bischoff nur sehr selten mal „Im Kopf des Mörders“, was in Anbetracht des Buchtitels enttäuschend ist.
Fazit: ein ungewohnt schwacher Strobel
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