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Elmar Traks

Elmar Traks

Strobel, Arno – Im Kopf der Mörders: Toter Schrei (2019)

Thriller

 

Jemand hat Kirsten, die Schwester von Oberkommissar Max Bischoff, aus ihrer Wohnung entführt und hält sie irgendwo in seiner Gewalt. Ihr Bruder erfährt davon, als er sie besuchen will, statt

ihrer jedoch einen Brief des Täters in in der Küche findet, in dem er ihn über die Bedingungen informiert:

Er werde Kirsten auf alle Fälle Schmerzen zufügen, wie stark diese sein werden, hänge jedoch von Max Bischoff ab; gegebenenfalls werde sie auch sterben. Und Max selbst werde in Kürze einen Menschen töten, entweder einen Unbekannten oder sogar seine Schwester. Sollte er die Polizei ein-schalten oder mit irgendjemand anderem über die Tat reden, werde er nach und nach immer mehr Teile von Kirstens Körper abschneiden und Max zu-senden.

Der Brief endet mit einem Zitat von Cyrano de Bergerac: „Die Welt mag untergehen, wenn ich mich nur rächen kann.“

 

Max Bischoff fällt nur ein einziger Mensch ein, dem er so etwas zutrauen würde: Alexander Neumann, ein ehemaliger Kollege und psychopathischer Mörder. Der Oberkommissar hatte einst entscheidend zu dessen Verhaftung beigetragen und dafür gesorgt, dass er nicht in die forensische Psychiatrie eingeliefert wurde, sondern in den normalen Strafvollzug kam. Denn dort stehen Polizisten in der Hierarchie noch unter Kinderschändern und sind für ihre Mitgefangenen Freiwild.

 

Schon damals hatte Neumann ihm fürchterliche Rache geschworen. Nun ist er aus der Haft entlassen.

 

Der verzweifelte Bischoff bittet entgegen des ausdrücklichen Verbots seinen Partner Horst Böhmer um Rat und Hilfe. Doch der Entführer scheint ihn auf Schritt und Tritt zu beobachten, erfährt davon, bestraft nicht nur Kirsten bes-tialisch, sondern stellt ihrem Bruder eine perfide Falle: Es sprechen alle Indi-zien dafür, dass er eine Kollegin ermordet hat. Fortan wird er als Polizisten-mörder gesucht und ist auf der Flucht.

 

Und der Entführer ruht nicht. Bald steht Max Bischoff vor der Entscheidung, ob er sein Leben für das seiner Schwester opfern soll.

 

Resümee: Dies ist der letzte Band der Im-Kopf-des-Mörders-Trilogie und die nahtlose Fortsetzung von „Kalte Angst“. Die bekam Max Bischoff nämlich, als er in der Küche der verlassenen Wohnung seiner Schwester Kirsten einen Brief findet, in dem steht, dass der Verfasser sie entführt hat.

 

Nachdem mir besagter Band 2 nicht gefallen hat, ist dies ist wieder ein echter Strobel:

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, temporeich und voller Wen-dungen.

Bis zum Schluss ahnt man zwar, dass die Entführung noch einen Haken haben muss, der Fall wohl noch eine ungeahnte Wendung nehmen wird. Welche, das bleibt bis zum Schluss aber undurchschaubar. Das Timing war genial: Genau in dem Moment, in dem Max Bischoff plötzlich glasklar sieht, wer hinter Kirstens Entführung und all den Grausamkeiten ihr und ihm gegen-über steckt, ist auch bei mir der Groschen gefallen.

 

Bis dahin fragt man sich:

. Kann Max Bischoff seine Schwester retten?

. Wird er sie überhaupt finden? Denn der Entführer gibt nicht den kleinsten Hinweis auf ihren Aufenthaltsort.

. Kommt der Oberkommissar selbst mit dem Leben davon? Ok, das ist wahr-scheinlich, da es ja weitere Krimis mit ihm als Protagonisten gibt. Aber kann er einer Verhaftung durch die eigenen Kollegen entgehen, die ihn – sein Partner Horst Böhmer eingeschlossen – für einen Kollegenmörder halten? Man kann es ihnen nicht verdenken, denn sämtliche Indizien schließen jemand anderen als Täter aus; es gibt rein gar nichts, was Max Bischoff entlasten könnte.

 

Allerdings wird auch dieser Band, wie schon sein Vorgänger dem Titel „Im Kopf des Mörders“ nicht gerecht, denn es gibt nur sehr wenige Stellen, in denen Bischoff sich in den Täter hineinversetzt.

 

Fazit: Ich bin froh, dass dieses Buch wieder gewohnt spannend ist.

 

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